Aspekte Naht Hautverschluss

Hautnähte sollten immer mit synthetischem, monofilem Nahtmaterial durchgeführt werden (keine Dochtwirkung).

Einzelknopf-Nahttechnik

Die Einzelknopfnaht ist die Nahttechnik, die sich aufgrund ihrer Einfachheit und gleichzeitig hohen Effektivität für beinahe alle Situationen hervorragend eignet. 

Als wichtigstes Kriterium für Erfolg bei der Anwendung der Naht ist die Einhaltung dieser drei Prinzipien: 

  1. Immer im 90° Winkel zum Gewebe einstechen 
  2. Immer gleiche Mengen an Gewebe auf beiden Seiten nehmen 
  3. Immer gleiche Abstände zwischen den Nähten 

Rückstichnaht nach Donati

Die Nadel sticht in einem Winkel von 90° zur Haut ein. Die Nadel verfolgt einen viertelkreisförmigen Weg durch die Dermis und sticht in der Mitte der Dermis aus. Die Nadel wird mit der Pinzette gegriffen und anschließend wieder neu in den Nadelhalter eingespannt. 

Auf der anderen Seite der Wunde wird in der gleichen Höhe wieder in die Dermis eingestochen und wiederum auf einem viertelkreisförmigen Weg durch die Dermis gebracht und auf gleichem Abstand von der Wunde, wie auf der Gegenseite, ausgestochen. Der Faden wird so wie bei der Einzelknopfnaht durchgezogen, als ob nun der Instrumentenkoten folgen würde. 

Nun sollte die Nadel in Backhand-Technik eingespannt werden. Der Einstich für den Rückstich erfolgt dann ungefähr auf der Hälfte zwischen dem Ausstich des Fadens und dem Wundrand. 

Der Rückstich wird deutlich oberflächlicher gestochen. Dabei erfolgt der Ausstich in den oberen Anteilen der Dermis. 

Der Abschluss orientiert sich wie immer am vorausgegangenen Stich. Somit erfolgt der Einstich für diesen Schritt auf gleicher Höhe, wie der vorausgegangene Ausstich. Der Ausstich erfolgt dann wieder auf der Hälfte zwischen dem ersten Einstich und dem Wundrand. 

Rückstichnaht nach Allgöwer

Die Nadel sticht in einem Winkel von 90° zur Haut ein. Die Nadel verfolgt einen viertelkreisförmigen Weg durch die Dermis und sticht in der Mitte der Dermis aus. Dabei gibt die Krümmung der Nadel den Verlauf des Stiches vor. Die Nadel wird mit der Pinzette gegriffen und anschließend wieder neu in den Nadelhalter eingespannt. 

Der Rückstich bei der Naht nach Allgöwer erfolgt in Vorhandtechnik. Dabei wird in die Dermis tief eingestochen. Der Ausstich erfolgt dann im oberen Anteil der Dermis. Bevor ein weiterer Stich erfolgt sollte der Faden bereits größtenteils durchgezogen werden. 

Wie auch bei der Donati-Naht erfolgt der letzte Stich dann in Backhandtechnik. Der Stich erfolgt im oberen Anteil der Dermis. 

Intrakutannaht

Bei der fortlaufenden Intrakutannaht werden die Wundränder mit einer wesentlich besseren Spannungsverteilung zusammen gebracht und bleiben besser ernährt, weshalb keine Wundrandnekrosen entstehen.

Die fortlaufende intrakutane Hautnaht wird mit einem Einstich von außen an einem Wundwinkel begonnen. 

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Die Naht wird mit monofilem synthetischem, resorbierbarem Nahtmaterial komplett versenkt gelegt.
  • Man platziert monofiles nicht resorbierbares Nahtmaterial als Ausziehnaht.

Hautverschluss mit Gewebekleber