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Postoperative Wundinfektionen
Postoperative Wundinfektionen sind ein Alptraum für jeden Chirurgen. Sie sind Hauptursache für chirurgische Komplikationen und chirurgisches Versagen. Für den Patienten sind sie mit längerem stationärem Aufenthalt, mehr Behandlungen, Morbidität und Mortalität verbunden. Für den Besitzer gehen diese mit emotionalem Stress und finanzieller Mehrbelastung einher.1
Postoperative Wundinfektionen entstehen als Folge des Eindringens von Mikroorganismen in die Operationswunde. Dabei kann es sich um endogene Flora des Patienten selbst handeln, aber auch eine exogene Kontamination durch im Operationssaal anwesende Personen, Übertragung durch Hände oder Raumluft sind möglich.
Die Manifestation postoperativer Wundinfektionen reicht von einer asymptomatisch verlaufenden raschen Elimination der kontaminierenden Erreger, über lokale Hautrötungen im Nahtbereich, bis hin zur aszendierenden Weichteilinfektion mit möglicher Ausbreitung und Sepsis.2
Folgende Faktoren sind für die SSI Rate entscheidend:3
Klassifiziert werden Wundinfektionen nach CDC und NRZ in oberflächliche, tiefe und Körperhöhlen-/Organinfektionen. oberflächliche, tiefe sowie Körperhöhlen-/Organinfektionen.
Infektion nach OP | ||
| an der Inzisionsstelle, die nur Haut oder subkutanes Gewebe miteinbezieht | an der Inzisionsstelle, die Faszienschicht und Muskelgewebe miteinbezieht | die Organe oder Körperhöhlen erfasst, die während der Operation geöffnet wurden oder an denen manipuliert wurde |
und | ||
| erste Symptome der Infektion innerhalb von 30 Tagen nach OP | erste Symptome der Infektion innerhalb von 30 Tagen bzw. 90 Tagen nach OP in Abhängigkeit von der OP‐Art | |
und mindestens ein weiteres Kriterium | ||
| Eitrige Sekretion aus der oberflächlichen Inzision | Eitrige Sekretion aus der Tiefe | Eitrige Sekretion aus Drainage mit Zugang zum OP‐Gebiet |
| Erregernachweis aus aseptisch entnommenem Material von Inzision/subkutanem Gewebe | Alle drei folgenden: 1. Ein Anzeichen: Fieber (>39,5°C) oder Schmerz oder Berührungsempfindlichkeit und 2. spontane Dehiszenz/bewusste Eröffnung und 3. Erregernachweis | Erregernachweis aus aseptisch entnommenem Material |
| Eines der folgenden (es darf jedoch keine negative mikrobiol. Untersuchung vorliegen): - Schmerz/Berührungsempfindlichkeit - lokalisierte Schwellung - Rötung/Überwärmung und - bewusste Eröffnung der Inzision | Abszess oder sonstige Infektionszeichen (festgestellt bei z. B. OP, Untersuchung, Bildgebung) | Abszess oder sonstige Infektionszeichen (festgestellt bei z. B. OP, Untersuchung, Bildgebung) |
| Diagnose Wundinfektion durch behandelnden Arzt | Diagnose Wundinfektion durch behandelnden Arzt | Diagnose Wundinfektion durch behandelnden Arzt |
| oberflächliche postop. Wundinfektion | tiefe postop. Wundinfektion | postop. Körperhöhlen‐/Organinfektion |
| (Vereinfachte Darstellung nach KISS NR-hygiene.de) | ||
In der Tiermedizin liegt die postoperative Wundinfektionsrate zwischen 0,2-8 %4-10 für die Kleintiermedizin und beim Pferd werden sogar bis zu 50 % SSI berichtet.11
Die Dunkelziffer kann dabei noch deutlich höher sein, da keine echte Erfassung/Überwachung (Surveillance) postoperativer Wundinfektionen in der Tiermedizin und über einen längeren Zeitraum (30 bzw. 90 Tage) durchgeführt werden.10
Zugehörige Information
Postoperative Wundinfektionen
Mehr erfahrenNicht alle postoperativen Wundinfektionen sind vermeidbar, aber durch strikte Asepsis und gezielte Präventionsmaßnahmen lassen sie sich auf ein Minimum reduzieren.12